Schwimmsport

Rektor Kaiser, ein großer Wegbereiter für den Schwimmsport, hatte bereits 1924 bei der Gemeinde angefragt, ob das sumpfige Gelände in der Längersbach zum Bau eines Schwimmbades zur Verfügung gestellt werden könnte.

1927 machte Kaiser, nun als Vorsitzender des Turnvereins, einen neuerlichen Vorstoß mit dem Ergebnis, dass der Bau eines Schwimmbades tatsächlich genehmigt wurde.  Ein Jahr später wurde das Schwimmbad mit einem Bezirksschwimmfest mit über 2500 Besuchern offiziell eingeweiht. Doch trotz der Schwimmeuphorie in beiden Fraktionen, gingen die beiden Vereine sechs Jahre lang getrennte sportliche Wege.

Chronik Schwimmbad
Einweihung Waldschwimmbad am 12.August 1928

1934 hatte der couragierte Oberaulaer Bürgermeister Konrad Wettlaufer dann endgültig genug von dem Kleinkrieg zwischen beiden Vereinen und er ordnete offiziell den Zusammenschluss von Turnern, Fußballer und Schützen zur „Turn- und Sportgemeinde Oberaula“ an:

„Aufruf! Turnverein, Sportverein und Schützengilde haben sich zum Zwecke der gemeinsamen Arbeit an der Ertüchtigung der Jugend im Sinne des neuen Staates zur Turn- und Sportgemeinde Oberaula zusammengeschlossen. Dadurch soll ein Nebeneinanderherarbeiten der genannten Verbände vermieden werden.“

So entstand 1934 die Turn- und Sport Gemeinde Oberaula mit Konrad Wettlaufer als neuem Vorsitzenden. Um die Gemüter zu beruhigen und vielleicht auch um seinen Einstand als neuer Vorsitzender zu geben, begann Wettlaufer sofort mit den Vorbereitungen für einen neuen Sportplatz. Zwei Jahre später wurde der offizielle Antrag gestellt.

Im Herbst 1937 konnte endlich mit dem Bau begonnen werden, die aufwendigen Arbeiten - allein 10.000 m3 Erde mussten bewegt werden - leisteten Gemeinde und Verein gemeinsam. Doch am Ende hatte sich die Mühe gelohnt: nach einjähriger Bauzeit entstand unterhalb des Schwimmbades eine perfekte Sportstätte mit Laufbahn und Besucherterrassen, das heutige Katzbachstadion. Zur Einweihung 1938 kamen die Menschen aus der ganzen Umgebung und nach der Besichtigung der Sportstätte waren sich alle Besucher einig, dass dies die schönste Anlage weit und breit sei. Ein Lob, dass die Menschen in Oberaula zu recht mit Stolz erfüllte.


Sportplatz in den 1950er Jahren

Aber nicht nur auf ihren schönen Sportplatz konnten die Oberaulaer stolz sein, auch die Leistung der Sportler konnte sich dank der „perfekten“ Trainingsbedingungen sehen lassen. 1939 wurden die Fußballer Meister der A-Klasse und stiegen in die Bezirksklasse auf. Doch aus den aufregenden Spielen in der Bezirksklasse wurde leider nichts. Der 2. Weltkrieg zerstörte alle Kickerträume, die meisten Spieler mussten an die Front.

   
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